Landwirtschaft & Forschung

Bioland holt das Triple

Gut Fahrenbach, Christiansens Biolandhof und der Haslachhof haben verschiedene Stärken. Was sie eint, ist, dass sie besonders gut sind in dem, was sie tun. So gut, dass sie von Agrarminister Cem Özdemir auf der Grünen Woche als Gewinner des Bundeswettbewerbs Ökologischer Landbau ausgezeichnet wurden. Damit kamen 2024 alle drei Gewinner aus dem Bioland.

In diesen unruhigen Zeiten ist es besonders wichtig, dass Werte keine Lippenbekenntnisse bleiben. Dass die eigenen Werte auch gelebt werden, zeigen die ausgezeichneten Bioland-Höfe: Die Menschen auf dem Haslachhof machen sich stark für den lokalen Umweltschutz, auf dem Bioland-Hof Christiansen betreibt man Gemüse-Züchtung für alle und auf dem Gut Fahrenbach unternimmt das Team besondere Leistungen für einen höchstmöglichen Tierwohl-Standard. Sie alle sind daher würdige Gewinner dieses tollen Preises und sie verkörpern, was Bioland ausmacht: eine Wertegemeinschaft zum Wohl von Mensch und Umwelt.

Umsteller Förderpreis

Wer seinen Betrieb auf Ökolandbau umstellt, braucht dazu nicht nur Entschlossenheit, sondern auch eine gute finanzielle Grundlage. Dabei helfen Förderpreise wie „Gemeinsam Boden gut machen“, der vom NABU, der Alnatura Bio-Bauern-Initiative, der REWE Group sowie weiteren beteiligten Unterstützern jährlich verliehen wird. Gleich vier Bioland-Betriebe freuten sich über die Auszeichnung in 2024.

  1. Marlies und Walter Schlepper (Hessen): Das Weingut Engelmann-Schlepper aus dem Rheingau begeistert mit innovativem Weinbau, nützlingsfördernder Begrünung und enger Zusammenarbeit mit der nächsten Generation sowie der Hochschule Geisenheim.

  2. Frieda Größel (Rheinland-Pfalz): Die Hof Darscheid GbR aus der Vulkaneifel überzeugt mit Direktvermarktung, Agroforst-Initiativen und einem zukunftsweisenden Konzept für Zweinutzungsrinder.

  3. Annette und Siegbert Vogt (Baden-Württemberg): Der Ackerbaubetrieb Vogt GbR in Zuzenhausen setzt auf bodenschonende Verfahren, Strukturerhalt und regionale Vernetzung, während die Nachfolge durch Annette Vogt gesichert ist.

  4. Christiane Kretzer (Baden-Württemberg): Die Kretzer GbR aus dem Allgäu kombiniert Schafmilchproduktion mit Landschaftspflege, extensiver Weidehaltung und dem Schutz genetischer Vielfalt durch Streuobstwiesen.

Bioland auf den DLG-Feldtagen

Auf den DLG-Feldtagen 2024 durfte Bioland nicht fehlen. Mit den regionalen Bioland-Marktpartnern Engemann, Gut Rosenkrantz und Münsterländer Saatgut informierten wir am Treffpunkt Ökolandbau in persönlichen Gesprächen, Fachvorträgen und im Rahmen der sogenannten „Popup-Foren“ über den ökologischen Landbau nach Bioland-Prinzipien. Das Bioland-Beratungsteam stand insbesondere Umstellungsinteressierten zu Produktionstechnik, Arbeitswirtschaft und innerbetrieblichen Abläufen Rede und Antwort. Auf der 800 m²-Demoparzelle vor Ort zeigten sie u.a. live und in der Praxis die Wirkungsweise des Striegels, der als zentrales Instrument der mechanischen Unkrautregulierung auch in der konventionellen Wirtschaftsweise zunehmend relevanter wird.

Mit Hilfe des Förderprogrammes verbessert Bioland-Landwirt Gerhard Müller seine Wiesendrusch-Technik

Neues aus der Stiftung

2024 baute die Bioland Stiftung die bewährte Weiterbildung zum Bodenpraktiker  weiter aus. In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt wurden erstmals Kurse angeboten, in Bayern feierte der Bodenpraktiker mit dem Schwerpunkt Gemüsebau Premiere. Auch der Praxiskurs HÖFE.BILDEN.VIELFALT startete mit Hessen in einer neuen Region.  

Seit 2024 förderte die Bioland Stiftung erstmalig Landwirt*innen direkt. Mit dem HÖFE.BILDEN.VIELFALT-Förderprogramm werden auch zukünftig Betriebe finanziell unterstützt, die innovative Naturschutzmaßnahmen umsetzen. 

Mit dem 2024  gestarteten Dissertations- und Praxisforschungsprojekt zum Thema Wurmkompost wird in den nächsten drei Jahren auf fünf Betrieben erforscht, wie die Qualität des Wurmkompostes variiert und welche Anwendungsmethoden am effektivsten sind. 


www.bioland-stiftung.org


Daran forscht Bioland

2024 hat Bioland einige Projekte abgeschlossen, aber auch viele neue Projekte beginnen können:

Projektabschluss: KleeLuzPlus erfolgreich beendet

Das Demonstrationsnetzwerk KleeLuzPlus wurde 2024 nach fünf Jahren abgeschlossen. Auf dem 2. Nationalen Leguminosen-Kongress in Leipzig präsentierte das Netzwerk Erfolge und Erkenntnisse zur Ausweitung des Anbaus kleinkörniger Leguminosen. Über 70 Betriebe testeten während der Projektlaufzeit Mischungen, Düngevarianten und Anbaumethoden. Die Website bleibt mit Praxisberichten, Broschüren und Videos online, der Newsletter wird von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft weitergeführt.

   www.demonet-kleeluzplus.de

Optimierte Weide für Schafe & Ziegen

Im Sommer 2024 haben wir das Projekt „Weide-Innovations-Netzwerk Schaf und Ziege“ abgeschlossen. In unserem Netzwerk zur „optimierten Weide“ bei Ziegen standen insbesondere die Zusammenhänge zwischen Weideintensität und Leistungsniveau im Fokus – auch im Hinblick auf innovative Weidesysteme und das Parasitenmanagement auf den Betrieben.

Bei der Kurzrasen-Umtriebsweide war die Parasitenbelastung nicht zwangsläufig höher als auf Betrieben mit Portionsweide. Magen-Darm-Würmer bleiben jedoch auf allen Betrieben eine Herausforderung. In fünf von neun Behandlungen wurden Resistenzen gegen das eingesetzte Anthelmintikum festgestellt. Daher ist es ratsam, den Behandlungserfolg zu kontrollieren und gegebenenfalls ein alternatives Präparat einzusetzen.


Startschuss für nachhaltige Apfel- und Birnenzüchtung

2024 ist das Forschungsprojekt BioResiObst unter Leitung des apfel:gut e.V. gestartet. Gemeinsam mit der Bioland Beratung, Öko-Obstbau Norddeutschland und der Universität Kassel sollen neue, resistente Apfel- und Birnensorten für den Bio-Obstbau entwickelt werden. Ziel ist es, klimaangepasste, ertragssichere Sorten zu züchten, die mit wenig Pflanzenschutz gut klarkommen. Besonders bei Birnen gibt es großen Forschungsbedarf. Das vom BÖL geförderte Projekt setzt dabei auch auf eine datenbasierte Zuchtwertschätzung, um künftig besser einschätzen zu können, welche Elternsorten verlässlich die gewünschten robusten Eigenschaften an neue Sorten vererben.

Klima, Klima, Klima

Im Juli startete das Forschungsprojekt "KlimaTier". Das Verbundvorhaben untersucht landwirtschaftliche Betriebe hinsichtlich ihres Mehrwerts für den Klimaschutz. Im Fokus stehen ökologisch wirtschaftende Gemischtbetriebe mit Milchvieh. Ziel ist es, besonders klimaschonende und zugleich produktive Systeme zu identifizieren sowie ökonomische und soziale Erfolgsfaktoren zu analysieren. Dabei werden Umweltbewertungen und Klimabilanzierungen durchgeführt (TU München), True Costs und Gemeinwohlleistungen berechnet (JLU Gießen). Bioland, Naturland und Demeter betreuen dabei Betriebe in Hessen und Bayern, entwickeln Strategien und bereiten Ergebnisse für Beratung, Politik und Öffentlichkeit auf.

Bioland ist Teil des im Oktober gestarteten Verbundprojekts MODEMA – „Aufbau eines bundesweiten Modell- und Demonstrationsnetzwerks für Agroforstwirtschaft in Deutschland“.Darin werden deutschlandweit auf ca. 30 Agroforstflächen in drei Modellregionen neue Erkenntnisse zu pflanzenbaulichen, ökonomischen und ökologischen Aspekten gewonnen und weitergegeben. Ziel ist es, zusammen mit Landwirtschaftsbetrieben, Verbänden, Landwirtschaftlichen Behörden und Forschungseinrichtungen erfolgreiche Praxisbeispiele zu schaffen und die Zahl agroforstlich bewirtschafteter Flächen in Deutschland deutlich zu erhöhen.Dahinter verbirgt sich die Einrichtung eines bundesweiten Agroforst-Demonstrationsnetzwerkes mit Praxisflächen, die einen Leuchtturmcharakter aufweisen. Das Projekt soll zu einem deutlichen Ausbau der Agroforstwirtschaft in Deutschland beitragen.  

2024 startete OrganicClimateNET - ein EU-weites Projekt, um klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft zu fördern. Insgesamt werden 250 Betriebe in 12 nationalen Netzwerken mit jeweils zwei Hubs organisiert. In Deutschland und unter Beteiligung von Bioland entstehen zwei Betriebsgruppen mit je 10–12 Betrieben, die eine Klimabilanz erhalten und Maßnahmen zur Klimaanpassung entwickeln. Darin vergleichen wir gängige europäische Bilanzierungstools auf ihre Eignung für den Ökolandbau und prüfen, wie gut Biobetriebe darin repräsentiert sind. Auch Inwertsetzungsmodelle werden analysiert.

Carbon Vino ist ein Schwesterprojekt zum deutlich größeren Projekt HumusKlimaNetz. Das Netzwerk aus dem Fair and Green e.V., Verband für nachhaltigen Weinbau, und dem Verbund Ökologische Praxisforschung (V.Ö.P) aus Demeter, Bioland und Naturland hat sich zum Ziel gesetzt, humuserhaltende und -aufbauende innovative Methoden im Weinbau zu fördern. Basierend auf umfassenden Erfahrungen in der landwirtschaftlichen Beratung sollen mit einem transdisziplinären partizipativen Ansatz im Verbund von Praxis, Beratung und Wissenschaft besonders vielversprechende Maßnahmen identifiziert und auf Modellbetrieben in den drei Modellregionen Mosel, Pfalz/Rheinhessen/Nahe und Baden/Württemberg umgesetzt werden. Gestartet ist das Projekt im September.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            

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