Aus dem Verband
Jetzt ist die Zeit für Bio!
Bio boomt wieder, die landwirtschaftliche Umstellung auf Ökolandbau hinkt jedoch in Deutschland hinterher! 2024 stieg hierzulande der Umsatz im Bio-Lebensmittelmarkt um fast 6 Prozent – weit über der Inflation, getrieben von steigenden Absatzmengen. Worauf also noch warten? Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine Umstellung auf Bio! Wer jetzt umstellt, sichert sich Marktchancen und stärkt die regionale Wertschöpfung.
Vizepräsidentin im Amt bestätigt
Auf der Bioland-Delegiertenversammlung im Herbst stellte sich Sabine Kabath erneut zur Wahl für das Amt des Vorstandsmitglieds und der Vizepräsidentin. Die Delegierten sprachen ihr mit überwältigender Mehrheit das Vertrauen aus und wählten sie erneut in den Vorstand. Dieser bestätigte sie als stellvertretende Präsidentin für die kommenden drei Jahre.
“Ich freue mich sehr über das Vertrauen der Delegierten und meiner Vorstandskollegen. In den vergangenen Jahren haben wir viel erreicht und gerade in diesen herausfordernden Zeiten bietet unsere Wertegemeinschaft Halt und Orientierung. Es ist mein persönlicher Anspruch, in der Zusammenarbeit von Ehrenamt und Hauptamt verbindend zu wirken und verschiedene Gremien einzubeziehen. Gerne möchte ich mit unseren Mitgliedern und Partnern, hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden an einem zukunftsfähigen und starken Bioland weiterarbeiten und die Interessen der Mitgliedschaft nach innen und außen vertreten."
Orientierungspreis Bio-Milch
Den 2023 gemeinsam mit Naturland ermittelten Orientierungspreis für Bio-Milch haben wir im vergangenen Jahr neu berechnet. Ende des Jahres legten wir in einem noch breiteren Verbändebündnis nach. Gemeinsam mit AbL, Biokreis, Demeter, Demeter Heumilch Bauern, MEG Milch Board & Naturland. Wir fordern 70 Cent Milchgeld für Biobäuer*innen, damit diese kostendeckend wirtschaften können! 2024 haben Bio-Milcherzeugungsbetriebe im Schnitt nur 58 Cent pro Kilogramm Rohmilch erhalten.
Um die Bäuerinnen und Bauern in der Wertschöpfungskette zu stärken, braucht es einen rechtlichen Rahmen für die Vertragsgestaltung von Agrarprodukten. Die vor der Lieferung zu schließenden Verträge müssen Aussagen zu Preisen, Liefermengen, Dauer und Qualitäten beinhalten. Genossenschaften müssen ähnliche Vertragsbedingungen erfüllen. Wir brauchen jetzt gemeinsame Anstrengungen, um das Bestehen der Bio-Betriebe und die Versorgung mit deutscher Bio-Milch langfristig zu sichern.
Bioland und Biokreis rücken näher zusammen
"Lass mal gemeinsame Sache machen", haben wir uns gedacht und arbeiten jetzt eng mit den Kolleg*innen von Biokreis e.V. zusammen. In unserer Kooperationsvereinbarung geht es u.a. um gegenseitige Rohwaren-Anerkennung, gemeinsames Agieren am Markt und Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Implementierung von Qualitätssicherungsmaßnahmen.
Vielfalt in den Regionen, gemeinsame Werte und erfolgreiche Marktbearbeitung sind unser gemeinsamer Schlüssel für eine gestärkte Bio-Bewegung in herausfordernden Zeiten. Wir freuen uns sehr auf die gemeinsame Arbeit mit den Menschen bei Biokreis.
Frauenpower im Bioland
Zum 1. April gab es einen Wechsel an der Spitze des Landesverbandes NRW. Nach mehrmonatiger Vakanz trat Julia Marie Schmidt ihren Dienst in der Geschäftsstelle im westfälischen Hamm-Süddinker an. Die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin bringt langjährige Erfahrungen in der Verbands-, Netzwerk- und Lobbyarbeit mit und wagt nun den Wechsel aus der Sozialbranche in die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft.
Seit November leitet Kerstin Hintz die Geschicke des Landesverbands Niedersachsen im Hauptamt. Zuvor war sie als Bioland-Mitglied bereits lange Zeit ehenamtlich im Landesvorstand aktiv. Ihr intensives Engagement für den Landesverband als Vorstandsvorsitzende sowie ihre Nähe zur Geschäftsstelle führten zu der Entscheidung, Kerstin Hintz die Landesgeschäftsführung ab 1. November 2024 anzuvertrauen.
Mit den beiden Neuzugängen werden nun fünf der neun Bioland-Landesverbände von Frauen geführt.
Neues vom Jungen Bioland
Das Jahr 2024 war für das Junge Bioland geprägt von einem intensiven politischen Engagement. So waren die Junglandwirt*innen Teil des Jugendblocks bei der 'Wir haben es satt!'-Demonstration in Berlin und haben sich klar gegen die Deregulierung neuer gentechnischer Methoden und die weitere Ausweitung der industriellen Landwirtschaft positioniert. Im Rahmen der Europawahlen startete der Verein unter dem Hashtag #JungÖkoEuropa eine eigene Kampagne in den sozialen Medien und wies so auf die Bedeutung einer nachhaltigen europäischen Agrarpolitik hin. Junge Bioländer*innen haben zudem am Jugendpolitischen Forum des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft teilgenommen und sie waren bei der deutschen Jugenddelegation beim World Food Forum der Welternährungsorganisation FAO in Rom dabei. Insgesamt war der Junges Bioland e.V. auf internationaler Ebene in 2024 so gefragt wie nie: Bei Veranstaltungen wie dem Organics Europe Youth Event in Bari/Italien und dem European Organic Congress in Budapest/Ungarn war Vorsitzender Lennart Bertels eingeladen, um für eine stärkere Beteiligung junger Menschen in der Bio-Bewegung zu werben. Das Junge Bioland hat gezeigt, dass es eine starke Stimme für junge Menschen in der ökologischen Landwirtschaft ist.
Überregionale Vernetzung - JöLL
Ein wichtiger Meilenstein für die junge Generation in der ökologischen Land- und Lebenswirtschaft war 2024 die Gründung des Bündnisses "Junge ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft" (kurz: Bündnis JöLL). Das Junge Bioland war maßgeblich an der Initiierung dieses Zusammenschlusses beteiligt. Das Bündnis JöLL bündelt die Stimmen junger Menschen entlang der gesamten ökologischen Lebensmittel-Wertschöpfungskette und vertritt ihre Interessen gegenüber Politik und Wirtschaft – eine europaweit einzigartige Initiative. Durch den Zusammenschluss des Jungen Biolands mit anderen Jugendorganisationen wie Biokreis, BNN.Next, Junges Demeter, Junges Naturland oder Slow Food Youth hat sich ein starkes Bündnis für eine nachhaltige und gerechte Landwirtschaft geformt. JöLL bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich zu vernetzen, gemeinsam an Projekten zu arbeiten und ihre Ideen einzubringen. Mit der Gründung von JöLL hat das Junge Bioland seine Position als wichtiger Akteur in der ökologischen Jugendbewegung weiter gestärkt und zeigt, dass die junge Generation eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Zukunft unserer Landwirtschaft spielt.
Gründung Landesgruppen
Der Junges Bioland e.V. verfügt über eine Stimme im Hauptausschuss und kann bis zu zehn Delegierte in die BDV entsenden. Grundlage hierfür ist ein Vereinsleben auf Landesgruppenebene. Im Jahr 2024 konnten die Junges-Bioland-Landesgruppen Ost und Südtirol ins Leben gerufen werden. Sie können ab sofort ihre Stimmen ins Bioland-Parlament einbringen. Gruppenneuwahlen fanden in diesem Jahr in Niedersachsen und Schleswig-Holstein statt, weitere sind in Planung. Bereits zur Frühjahrs-BDV konnte der Junges Bioland e.V. seine Repräsentanz steigern. Ziel ist es, in naher Zukunft alle zugedachten Stimmen wahrzunehmen, um als junge Stimme im Verband noch stärker gehört zu werden.
Neues Führungsduo Südtirol
Mit Alma Calliari aus Tramin und Walter Steger aus dem Ahrntal hat Bioland Südtirol nun ein neues Führungsduo für die nächsten drei Jahre. Auch Verwaltungsrat und Landesausschuss sind neu besetzt worden. Mit Walter Steger (55 Jahre), Biolandwirt und Hotelier aus dem Ahrntal, wurde der bereits interimsmäßig tätige Obmann neu gewählt, Alma Calliari (30 Jahre), Bioland-Gemüsebäuerin aus Tramin, ist als neue Vorsitzende Teil der Doppelspitze von Bioland Südtirol. Calliari betreibt seit 2021 einen eigenen Gemüsebetrieb im Unterland mit Anbau in Mischkulturenform und Direktvermarktung. Das neue Führungsduo wird unterstützt vom Vorstand mit Ulrich Gamper aus Algund, Heinrich Runer aus Terlan und Johann Tappeiner aus Schnals.